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Betrugsmaschen wieder im Kommen: Enkeltrick und falsche Polizisten

Enkeltrick

Betrugsmaschen nehmen wieder zu! Einer der bekanntesten ist der Enkeltrick oder Neffentrick. Wie Du die Betrugsmasche erkennst, Dich gegenüber den Betrüger verhältst und was Du machen kannst, erklären wir Dir in unserem Beitrag.

Die bekannte Betrugsmasche: Enkeltrick oder auch Neffentrick

Die Betrugsmaschen in der heutigen Zeit sind vielseitig und vielfältig: von einem vermeintlichen Enkel, der um Geld bietet, eine angebliche Versicherung, die telefonisch einen Termin zur Überprüfung Deiner Daten bei Dir zu Hause vereinbart oder das Ordnungsamt fordert Dich telefonisch zur Zahlung eines Bußgeldes auf. 

Das sind nur einige Beispiele der Trickbetrüger. Leider fallen immer noch jedes Jahr Menschen auf die Maschen der Betrüger herein und verlieren ihr hart verdientes Geld. Deshalb ist bei Anrufern, die Geld fordern, immer stets Vorsicht geboten!

„Rate mal, wer dran ist, Oma!“

Als Enkeltrick oder Neffentrick wird ein betrügerisches Vorgehen bezeichnet, bei dem sich Trickbetrüger über das Telefon, meist gegenüber älteren und/oder hilflosen Personen, als deren nahe Verwandte ausgeben, um unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an deren Bargeld oder Wertgegenstände zu gelangen. [Quelle: Wikipedia, Enkeltrick]

Das Vorgehen der Trickbetrüger beim Enkeltrick

Die Trickbetrüger wählen ihre Opfer meist über das Telefonbuch oder über Telefonverzeichnisse im Internet aus. Dabei achten diese gezielt auf Vornamen, die auf ältere Jahrgänge schließen. Das sind beispielsweise Vornamen wie Erna, Klara, Hedwig, Josef, Alfred. Besonders gefährdete Personen beim Enkeltrick oder Neffentrick sind ältere, vereinsamte, schwerhörige, seheingeschränkte, sowie demente Menschen.

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Die Betrüger schlüpfen bei der Betrugsmasche in die Rolle eines liebevollen Menschen in Geldnot und bedrängen Dich, dass Du ihnen Dein Geld gibst.
Bild: Unsplash.com

Wenn die Trickbetrüger beim vermeidlichen Opfer anrufen, beginnen diese das Telefonat meist mit einer freundlichen Eingangsfrage „Rate mal, wer hier spricht?“. Mit dieser Vorgehensweise wollen die Betrüger eine potenzielle Beziehung vorspielen und ausloten. Beim Enkeltrick oder Neffentrick nennen die Trickbetrüger niemals den eigenen Namen und wählen die persönliche Du-Anrede, um eine emotionale Beziehung am Telefon aufzubauen. Je nachdem, wie Du antwortest, geben sich die Trickbetrüger am Telefon als Enkel/in, Neffe/Nichte, sogar als Kinder oder als andere ziemlich nahe Verwandte oder gute alte Bekannte aus. Dabei erklären Dir die Trickbetrüger, dass sie sich in einer finanziellen Notlage befinden und bitten Dich um einen Geldbetrag.

Mögliche Gründe für die Geldnot beim Enkeltrick:

  • (Auto-) Unfall
  • einer überfälligen Rechnung 
  • Kauf eines günstigen Autos 
  • einer günstigen Wohnung 

Ein weiterer Indiz für die Betrugsmasche des Enkeltricks ist, dass die Trickbetrüger mehrmalig bei Dir anrufen und Dir somit keine Zeit zu geben, über den Anruf nachzudenken und Dich zu beraten, was Du in dieser Situation am besten machst. Ziel ist es, Dich unter emotionalem Druck zu setzen, damit Du einwilligst, das Geld bei Deiner Bank abhebst und Dich mit einem Komplizen des vermeintlichen Enkels triffst, um ihm oder ihr das benötigte Geld gibst. Alternativ wird man auch dazu gedrängt, eine Überweisung auf ein ausländisches Konto zu überweisen oder Wertgegenstände wie Schmuck, Münzen usw. auszuhändigen.

Weiterentwicklung des Enkeltricks: falsche Polizisten, Staatsanwalt, Richter und Anwalt

Im Jahr 2021 wurde der Enkeltrick von den Betrügern weiterentwickelt. So riefen die Betrüger nach einem Enkeltrick-Anruf anschließend erneut an und gaben sich als Beamte eines Landeskriminalamts (LKA) aus. Dabei gaben die Trickbetrüger vor, den vorherigen selbst getätigten Anruf abzufangen und die angerufenen Täter mit einer »fingierten Geldübergabe« überführen zu wollen. Sie baten auch in diesem Fall unter dem Vorwand der eingefädelten Überführung der Täter die angerufene Opfer, um deren Vermögen für die fingierte Geldübergabe zur Verfügung zu stellen. 

Im Anschluss behaupten die Betrüger in der Rolle eines angeblichen Staatsanwalts oder Richters, der Angerufene habe sich als Geldgeber strafbar gemacht. Da das Opfer im Ausland eine Straftat finanziert hat. Als weitere, darauf aufsetzende Strategie meldet sich, so das Bundeskriminalamt beim Angerufenen, noch ein vermeintlicher Anwalt, der ihm oder ihr anbietet, den Betrogenen in dieser Sache zu vertreten.

Die Enkeltrick Betrugsmasche: So kannst Du Dich schützen

Den ersten Schritt Dich zu schützen hast, Du mit unserem Beitrag schon gemacht. Du hast Dich über die Vorgehensweise der Enkeltrick Betrugsmasche informiert. Natürlich empfiehlt es sich auch Deine Angehörige und/oder nahe stehenden Personen von älteren Menschen von der Vorgehensweise der Trickbetrüger zu informieren.

Das kannst Du machen, wenn die Enkeltrick Betrüger bei Dir anrufen!

  • Du kannst bei unerwünschten Anrufen sofort auflegen. Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun und dient dem Selbstschutz.
  • Notiere Dir die Rufnummer des Anrufers! 
  • Falls Du unerwünschte und unbekannte Nummern aus Prinzip blockieren möchtest, kann Dir unseren Beitrag „Anonyme Anrufe blockieren und unbekannte Nummer sperren – Einfach bei iOS & Android umstellen“ weiter helfen.
  • Lass Dich nicht einschüchtern oder vom Anrufer bedrängen und unter Druck setzen!
  • Antworte auf die Aufforderung „Rate mal wer hier dran ist“ nicht mit den wirklichen Namen oder der Stellung von Verwandten!
  • Achte darauf, Unbekannten niemals Informationen über Dich preiszugeben!
  • Gebe keine Einzelheiten zu familiären und finanziellen Verhältnissen preis!
  • Sei ruhig misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und sich nicht selbst mit Namen vorstellen!
  • Bei einem Zweifel an der Identität des Anrufers, der sich als Familienangehöriger ausgibt, lege auf und rufe den Bekannten/Verwandten selbst an.
  • Erfrage Details beim Anrufer, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann!
  • Lass Dich auf keine Diskussion ein, denn die Betrüger verfügen in der Regel über einen reichen Erfahrungsschatz, dem der überraschte Bürger meist nicht gewachsen ist. Beende in diesem Fall einfach das Telefonat!
  • Lege einfach den Telefonhörer auf, sobald der Anrufer Geld von Dir fordert!
  • Vergewissere Dich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist. Rufe ihn oder sie zurück.
  • Lass niemals Fremde in Deine Wohnung und übergebe niemals Geld an unbekannte Personen, die ein Verwandter telefonisch angekündigt hat.
  • Grundsätzlich solltest Du Angebote, die Du nicht angefordert hast, ablehnen – besonders am Telefon. Das gilt auch für Dienstleister, wie Versicherungen, die in einem solchen Fall eine Einwilligung von Dir benötigen, um einen solchen Anruf tätigen zu können.
  • So auch offizielle Stellen: Das Ordnungsamt oder die Staatsanwaltschaft fordern niemals telefonisch zur Zahlung, sondern schriftlich eines Geldbetrages oder Bußgeldes auf. Ignoriere die telefonische Zahlungsaufforderung und bezahle unter keinen Umständen – da sind Betrüger am Werk!
  • Banken und offizielle Stellen bitten Dich grundsätzlich nicht um die Herausgabe von Geheimnummern/PINs, Passwörtern oder persönliche Daten. Gebe diese niemals telefonisch oder schriftlich an Dritte weiter.
  • Ruft Dich jemand unter der Notrufnummer 110 an, kannst Du Dir sicher sein, hier versucht ein Trickbetrüger seine Betrugsmasche! Die Notrufnummer 110 ist eine Weiterleitung an die örtliche Polizei und wird nicht zum Anrufen genutzt. Da werden die regionalen Nummern verwendet und angezeigt. 
  • Bei einem Verdacht auf Betrug wende Dich umgehend an die Polizei (Notrufnummer 110) und an die Verbraucherzentralen.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei, auch wenn (noch) kein Schaden entstanden ist!
  • Sei auch der Polizei (und anderen unbekannten Personen) gegenüber an der Haustüre misstrauisch und rufe im Zweifelsfall die zuständige Dienststelle oder den Notruf an! Dort kann man den Einsatz bestätigen oder Dir Hilfe schicken.

Quelle: Polizei Brandenburg, Weisser Ring

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