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Handystrahlung – Angstmache oder bedenklich?

Handystrahlung

Das Thema Handystrahlung gehört schon lange vor Corona zu den eher anstrengenden Gesprächsthemen, die einen entweder genervt von der Unterhaltung distanzieren, Panik verbreiten oder eben richtig Stoff für ein langes Gespräch liefern. Auf jeden Fall kann das Thema, ebenso wie Corona, polarisieren. Hattest Du auch schon einmal eine Handystrahlung-Diskussion?

Als der Ausbau des 5G-Netzes immer aktueller thematisiert wurde, kamen viele Ängste in der Bevölkerung immer lauter auf. Dabei ist 5G nicht nur wichtig für den Ausbau eines guten Mobilfunknetzes, 5G wird ebenfalls gebraucht, um zukünftig autonome Fahrzeuge oder Industriemaschinen zu vernetzen. Generell sollte es doch von Interesse sein, dass Deutschland, das eines der Schlusslichter ist wenn es um den Anschluss an das digitale Zeitalter geht, sich in jeder Hinsicht um den Ausbau der Digitalisierung bemüht.

Wir finden es verständlich, wenn Menschen ihren Unmut äußern, dass sie keinen Empfang haben, telefonisch niemanden erreichen können und auf das mobile Internet nicht zugreifen können. Da ist jemand, der vehement gegen Handystrahlung schimpft, erst einmal unverstanden. Zugegeben, die Diskussion ist alt. Leider kommt sie immer wieder auf. Dass Strahlung generell schädlich ist, ist generell nicht richtig. Hier solltest Du differenzieren, denn Strahlung ist nicht einfach gleich Strahlung.

Mobilfunkstrahlung vs. Röntgenstrahlung

Wichtig ist zu wissen, dass Mobilfunkstrahlung nicht zu den ionisierenden Strahlungen gezählt wird. Das ist ein eklatanter Unterschied zur Radioaktivität, also zu den vom Arzt bekannten Röntgenstrahlen. Hier werden chemische Verbindungen aufgebrochen. Es entstehen Teilchen, die wir auch als freie Radikale kennen. Gefährlich ist beim Röntgen für Deinen Körper, dass freie Radikale sehr reaktionsfreudig sind. Dein Körper besteht ja hauptsächlich aus Wasser, aus H₂O. Wenn das in seine Bestandteile zerlegt wird, macht dem Körper vor allem der Sauerstoff (das O) zu schaffen. Der reagiert nämlich tatsächlich mit Deinen DNA-Molekülen. Diese können inaktiviert und beschädigt werden.

Genau das passiert aber eben nicht bei nichtionisierender Handystrahlung. Außerdem wird immernoch untersucht, ob Mobilfunkstrahlung wichtige DNA-Reparaturprozesse überhaupt stört.

Das einzige was sicher ist, dass der von den Handystrahlen ausgehende Mikrowelleneffekt das Gewebe erwärmt. Hier ist aber ausschließlich die Hardware problematisch, die wird bekanntlich gern dicht am Körper getragen. Für Männer ist das ungünstig, denn die biologische Evolution hat dafür gesorgt, dass der Hodensack nicht im Körper, sondern außerhalb liegt, um nicht so warm zu sein wie der Rest des Körpers. Wird durch das Tragen des Handys in der Hosentasche alles etwas erwärmt, so beeinflusst das auf Dauer die Männlichkeit.

Eben auch am Kopf ist das Mobiltelefon problematisch, selbstverständlich auch für Frauen. Hier empfiehlt Dir das Bundesamt für Strahlenschutz den Gebrauch eines Headsets. Diese Strahlungsquelle sorgt tatsächlich für die größte Dosis, die wir uns zufügen – völlig unabhängig davon, ob nun abschließend geklärt ist, welche konkreten Auswirkungen das auf Deine Gesundheit hat.  Es gibt generell noch keine Hinweise darauf, dass seit Beginn unserer exzessiven Handynutzung zum Beispiel die Zahl der Krebserkrankungen sprunghaft angestiegen wäre.

Was ist SAR

SAR steht für “spezifische Absorptionsrate”, genauer für das Maß für Absorption von Metallen. Der Effekt ist, dass sich Metalle erwärmen, wie bereits oben dargestellt. Gemessen wird die Leistung pro Masse in der Einheit W/kg. In Europa sind die Handyhersteller seit 2001 bereits zur Veröffentlichung der SAR-Werte verpflichtet. Generell kannst Du Dir ganz einfach merken: Je kleiner der SAR-Wert ist, desto geringer wird das Gewebe durch Strahlung erwärmt. Der empfohlene oberste Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 2,0 W/kg.

Was kannst Du tun, um Dich vor Strahlung zu schützen

  • Du kannst den SAR-Wert Deines Mobilfunkgerätes checken, hierfür kannst Du einige Internetportale nutzen.
    Wir empfehlen Dir:
    Eine Schweizer Seite, übersichtlich, schnell verständlich und mit Auflistung von Mobilfunkgeräten seit 1997
    Die Seite vom Bundesamt für Strahlenschutz
  • Du kannst ein Headset nutzen, um möglichst viel Strahlung von Deinem Kopf fernzuhalten
  • Du kannst zum Telefonieren Deines Smartphones das Internet nutzen. Elektromagnetische Wellen für Bluetooth und vor allem für WLAN sind wesentlich niedriger als die Strahlung der Mobilfunkmasten und daher unbedenklicher.
  • Tatsächlich solltest Du das Telefonieren in Regionen mit schlechtem Handyempfang meiden. Leider gilt das für viele ländliche Regionen in Deutschland. Je weiter die Basisstation weg ist, desto höher ist die Intensität des Frequenzfeldes. Mit anderen Worten: Das Handy sendet in gut ausgebauten Netzen mit erheblich geringerer Sendeleistung als in schlechter ausgebauten Netzen. Das heißt, dass die Strahlung beim Telefonieren in Gebieten mit einer hohen Dichte von Sendemasten geringer ist als in Gebieten mit einer niedrigen Dichte von Sendemasten.

Das führt auch dazu, dass das Telefonieren im Auto ohne Außenantenne oder in gut abgeschirmten Betongebäuden dazu führt, dass das Handy seine Leistung erheblich hochfahren muss, um eine Verbindung herzustellen. Auch ist es nicht sinnvoll das Smartphone oder Handy mit einer Schutzhülle zu versehen, um Strahlung abzuhalten. Was die Hülle abschirmt, gleicht das Handy durch Leistungserhöhung dann wieder aus.

Fazit: Nicht auf Angstmacherei hereinfallen

Ein Risiko bezüglich Mobilfunkstrahlung ist noch nicht wissenschaftlich erwiesen. Tausende Studien kamen eben nicht zu dem Ergebnis, dass die Strahlung zum Beispiel krebserregend für den menschlichen Körper sein könnte. So lange gibt es Handynutzung auch noch gar nicht. Möglich ist durchaus, dass es insgesamt 50 Jahre braucht, um Einflüsse in signifikanter Größe überhaupt feststellen zu können. Wenn Dir trotzdem jemand erzählen will, er hätte ultimative Fakten oder glaubhafte Studien, dann solltest Du ihn entweder ignorieren oder für den Nobelpreis ins Gespräch bringen. Wir wüssten dann auch gerne Bescheid. Jedenfalls solltest Du Dir keine Angst machen lassen.

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